Akademie für Patientencoaching

Blog der Akademie für Patientencoaching

Meine Artikel für Dich.

Wieso ich tue, was ich tue und Coachingprogramme für Frauen mit Brustkrebs anbiete

Hat sie selbst… Ist sie selbst…?

 
Patientencoaching Coachingprogramm Coaching Brustkrebs

Coaching von der Betroffenen für Betroffene?

Vielleicht hast Du Dich schon gefragt, wieso ich das eigentlich tue, was ich hier tue. Und weil Du nicht die einzige bist, will ich diese Frage hier beantworten.

Vielleicht hast Du ja insgeheim schon spekuliert und überlegt, ob ich wohl selbst auch Brustkrebs habe oder – wenn es das nicht sein sollte – vielleicht einen anderen Krebs. Vielleicht vermutest Du auch, dass ich eine andere schwere und oder chronische Erkrankung habe.

Ich möchte Dir auf all diese Fragen genauso direkt, klar und ehrlich antworten, wie ich coache: Nein, ich habe keinen Brustkrebs. Nein, ich habe auch sonst keinen Krebs. Und ich habe auch sonst keine Erkrankungen.

Ich fühle mich, bis auf ein bisschen Bluthochdruck, der mir manchmal (im wahrsten Sinne des Wortes) Kopfzerbrechen bereitet, vollkommen gesund. Ich weiß sehr gut, dass sich das jeden Tag ändern kann. Nicht zuletzt auch aus den Erfahrungen mit denen, die ich in meinem Blog beschreibe.

 

Meine Erfahrungen mit Menschen, die schwer und/oder chronisch krank sind

Krankheiten in der Rushhour des lebens und was sie für Betroffene bedeuten

O. k., was ist es dann, was mich antreibt, wenn ich nicht selbst betroffen bin? Ich denke, es gibt dazu verschiedene Aspekte:

Zum einen sicherlich meine medizinische und pflegerische Ausbildung, die mir gezeigt haben, dass Menschen mit schweren und chronischen Erkrankungen zwar oft auf der medizinischen und pflegerischen Seite ganz gut behandelt werden. Oft jedoch werden die „weichen“ Themen dabei vernachlässigt.

Auch in meiner Arbeit als Managerin eines zwanzigköpfigen Teams, das deutschlandweit 16.000 Patienten mit Multipler Sklerose (MS) unterstützte, habe ich dies gesehen. Gerade schwere und/oder chronische Krankheiten, die in der ersten Hälfte des mittleren Erwachsenenalter auftreten, stellen ganz besondere Herausforderungen: Denn sie treffen Menschen in der „Rushhour des Lebens“.

(Das mittlere Erwachsenenalter wird definiert als Phase zwischen dem 30. und 65. Geburtstag, die erste Phase dauert bis zum 45. Geburtstag.)

Die häufigsten Krankheiten in dieser Lebensphase sind Krebserkrankungen (in absteigender Reihenfolge nach der Anzahl der jährlich neu diagnostizierten Frauen: Brustkrebs, Gebärmutterkrebs, Darmkrebs), Herz-Kreislauf-Erkrankungen und psychische Erkrankungen (Angststörung, somatoforme Störung, affektive Störung).

Andere Erkrankungen, die Du vielleicht dem Namen nach kennst und die in dieser Lebensphase oft erstmals auftreten und/oder erkannt werden, sind Multiple Sklerose (MS), Systemischer Lupus erythematodes (SLE) und Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Für die beiden letztgenannten Erkrankungen sind die chronische, also lebenslange Erkrankung mit schubartig auftretenden Durchfällen, oft verbunden mit Schmerzen und anderen Symptomen typisch.

Auch die MS tritt als häufigste neurologische Erkrankung des jungen Erwachsenen in Schüben auf: Zwischen beschwerdefreien Intervallen liegen mal mehr, mal minder häufige und mal mehr, mal minder lange Phasen von oft sehr belastenden Symptomen. Bei der Multiplen Sklerose können das beispielsweise Störungen der Sensibilität, des Gleichgewichts und der Koordination, von Gedächtnis und Konzentration sowie von Blasenfunktion und Sprechfähigkeit sein.

Ohne in medizinische Details zu gehen: Auch der Lupus macht nicht wirklich Freude und bereitet den betreffenden Menschen vielfältigste Sorgen und Probleme im Alltag.

 

„Weiche“ Themen bei chronischen und/oder schweren Erkrankungen werden oft vernachlässigt

Und gerade der Alltag ist es, der von vielen schweren und/oder chronischen Erkrankungen oft massiv beeinträchtigt wird. Zum Beispiel Morbus Crohn: Stell Dir vor, wie das ist, wenn Du voller power unterwegs in Deinem Leben bist! Familie und Kinderwunsch, Hausbau oder Eigentumswohnung, Hobbys, Freunde und Urlaub, obendrein Karriere, Jobwechsel oder Selbständigkeit? „Rushhour des Lebens“ eben.

Ja, all das geht mit einer lebenslangen Darmerkrankung, die zu heftigen Durchfällen führt. (Dass der Satz hier schon zu Ende ist, erstaunt Dich vielleicht.) Ja, es geht. Irgendwie. Ob sich die Betroffenen ihr Leben mal so vorgestellt, geschweige denn gewünscht hatten, ist jedoch eine andere Frage.

Kannst Du Dir vorstellen, wie es mit Morbus Crohn sein muss, den trekking-trail durch die Alpen zu machen oder ganztägige Workshop zu leiten oder drei Kids und den Haushalt zu wuppen? Ich ehrlich gesagt nicht.

 
Patientencoaching Coachingprogramm Coaching Brustkrebs

Was belastend ist, ist individuell anders

Auch Brustkrebs hat zahlreiche Einflüsse auf (D)ein Leben. Seien sie nun klein oder groß. Das magst Du ganz anders bewerten, als Deine Chemonachbarin. Für Dich ist es vielleicht easy, Deinen Kleidungsstil an Deine amputierte Brust anzupassen. Für Deine Chemonachbarin dagegen mag es leichter sein,  berufliche Wünsche zu begraben. Wichtig oder nicht? Richtig oder falsch? Nein. Nur anders. Nicht mehr, nicht weniger.

Genau diese Themen aber sind es, für die in vielen Arztgesprächen kein Raum ist. Für die vielleicht auch keine Zeit ist. Oder nicht die Qualifikation, damit in einer – nicht vor-schlagenden und nicht rat-schlagenden – Art und Weise umzugehen.

Und letztlich ist wohl vielfach auch einfach nicht die Bereitschaft da, sich auf diese oft harten „weichen“ Themen einzulassen. Denn seien wir ehrlich: Nur wenn Du das Gefühl hast, Du kannst mit jemandem darüber reden, wie schwer es Dir fällt, Dich nach der Amputation angemessen (was auch immer das ist und woran sich wer oder was da genau misst), stylish oder sexy zu kleiden, nur wenn Du also dafür einen offenen, hilfreichen Gesprächspartner hast, wirst Du Dich an diesen auch zu den wirklich wichtigen Fragen wenden. Deiner Angst vor dem Sterben, Deiner Furcht vor dem Tod, Deiner Trauer darüber, Deine Kinder nie die Schule abschließen zu sehen.

 

Was ich als Patientencoach mitbringe

Medizinstudium, Pflegediplom, Weiterbildung zum European Business Coach, zur Stress- und Burnoutberaterin und als Trauerbegleiterin

Was mich auszeichnet, ist neben meiner naturwissenschaftlichen Ausbildung als Humanmedizinerin, dem pflegerischen Hintergrund  und dem Management-Know-How auch meine langjährige Erfahrung im Umgang mit schwer und/oder chronisch Kranken und ihren Angehörigen. Dazu kommen meine Weiterbildung als Stress- und Burnoutberaterin und die Weiterbildung zur Trauerbegleiterin. Als einer meiner methodischen Ansätze sei hier noch das Motivational Interviewing (Motivierende Gesprächsführung) erwähnt.

Dazu bringe ich in jedes Coaching mit Dir meine ganz persönlichen Eigenschaften mit: Meine ruhige Art und die Fähigkeit, gute weiterführende und direkte Fragen zu stellen. Schon als Kind war ich die, die mehr gefragt als gesagt hat, und das hat sich bis heute nicht geändert. Meine Fragen sind mein wertvollstes Gut.

 

Sowas wie „ein Ruf“

Und nun komme ich zu einem weiteren Grund für meine Arbeit: Ich habe in meinem Freundes- und Bekanntenkreis unsagbar viele Frauen mit Brustkrebs, Frauen mit Darmkrebs und anderen schweren Erkrankungen. Wenn Du so willst, betrachte ich es daher als „Ruf an mich“, dieser auffälligen Häufigkeit nachzugehen.

Nun wäre dies allein für mich noch kein Grund, an eine Berufung zu denken (Schließlich bin ich Humanmedizinerin und glaube nicht an „Glaubuli“. Andererseits: Wer heilt, hat recht.).

Was mich jedoch sehr darin bestärkt hat, Patientencoachings anzubieten, ist eine Entdeckung, für die ich erst den Abgleich mit anderen brauchte: Dass mir sehr viele Frauen, obwohl sie mich nur kurze Zeit – eine Stunde, vielleicht zwei – von ihren Krankheiten erzählen. Und das in nicht nur sehr unterschiedlichen, sondern auch denkbar ungeeigneten Situationen (Wie ich beispielsweise Martina kennenlernte.).

Offenbar strahle ich solch eine Sicherheit und ein Vertrauen aus, das es anderen ganz leicht macht, über all das zu reden, was sie bedrückt und belastet. Vielleicht schaffe ich auch mit meiner stillen Art bevorzugt Situationen, die Menschen dazu einladen und mutigen, sich sehr rasch zu öffnen und mir ihre persönlichsten und intimsten Geschichten zu erzählen. Ich erlebe das als unheimlich wertvolles Geschenk und bin sehr dankbar dafür.

Auf der anderen Seite, da kannst Du ganz sicher sein, habe ich auch Mittel und Wege, um mit diesen Geschichten, rücksichtsvoll und wertschätzend mir selbst gegenüber umzugehen. Ich bin sehr belastbar und sorge gut für mich, damit ich für meine Klientinnen voll und ganz da sein kann. Denn das ist mein Anspruch: Ich bin gern für Dich da.

Übrigens: Vermutlich ist das auch der Grund, wieso Du vieles Bedrückende und Belastende für Dich behältst und es weder mit Deinem Mann oder Partner, noch mit Deinen Freunden und schon gar nicht mit Deinen Kindern oder Eltern teilst: Du willst niemanden belasten.

Patientencoaching Coachingprogramm Coaching Brustkrebs

Und das ist mein Angebot an Dich: Ich gebe Dir nicht nur meine Professionalität, meine Erfahrung, mein Einfühlungsvermögen und meine ruhige Art. Ich gebe Dir auch die Stärke, alles Belastende mitzutragen. Deine Sorgen, Deine Ängste, Deine Not. Gib es mir und ich trage es ein Stück weit mit. Ich trage Dich ein Stück weit mit. Sei ganz beruhigt: Es wird mich nicht umhauen, ich halte das aus. Geteiltes Leid wird genauso halbiert, wie geteilte Freude sich verdoppelt.

 

Meine Freundinnen Maria und Temam

Um auf die Eingangsfrage zurückzukommen: Ja, es gibt eine weitere Facette, die mich antreibt: Es ist eine sehr persönliche Erfahrung. Ich habe viele Frauen in meinem Umfeld, die von schweren und/oder chronischen Erkrankung betroffen sind. Und obwohl ich erst Mitte 40 bin, habe ich bereits mehrere Freundinnen in meinem Alter an Krebserkrankungen verloren.

Maria starb Anfang März 2018, da war sie gerade 41 Jahre alt. Maria war eine herzensgute Seele von Mensch, immer hilfsbereit und besorgt um die anderen. An der sehr bewegenden Trauerfeier nahmen wir im großen Familien-, Kollegen und Freundeskreis teil. Auch mein 10jähriger Sohn war dabei, weil Maria die Mutter seines Schulfreundes war.

Auch wenn mich Maria und ihre Gedanken und Gefühle begleiten, habe ich die wichtigste Erfahrung allerdings mit einer anderen Frau gemacht. Meiner engsten Freundin Temam. Temam starb im April 2015  im Alter von 44 Jahren an den Folgen des Brustkrebs. Ich fühle mich immer noch geehrt, dass ich ihr Sterben von Karfreitag bis Ostersonntag 2015 miterleben und begleiten durfte. Dafür bin ich ihrem Mann, ihrer Mama, ihrer Schwester und ihrem Bruder immer noch zutiefst dankbar.

All diese sehr persönlichen Erfahrungen im engen Umfeld haben mich beeindruckt, berührt und zum Angebot der Akademie für Patientencoaching geleitet.


Wenn Du mein Angebot gut findest, dann empfiehl mich weiter.

Wenn Du mit mir arbeiten willst und möchtest, dass ich Dich entlaste, dann lass mich wissen, wie ich Dir helfen kann. Ruf mich einfach an (0151 - 56 000) oder schreib mir eine E-Mail. Bitte schau Dir dazu auch mein Coachingprogramm für Frauen mit Brustkrebs genauer an.

Und wenn Du mich noch etwas fragen möchtest, bevor wir miteinander areiten, melde Dich einfach. Ich bin gerne für Dich da.

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Quellen:

https://www.google.de/search?q=chronische+krankheiten+im+mittleren+erwachsenenalter&ie=utf-8&oe=utf-8&client=firefox-b&gfe_rd=cr&dcr=0&ei=o1zTWrPgO4HKXqnttNAH


Hey, wie schön, dass Du bis hierher gelesen hast! Ich nehme an, Du bist nicht grundlos hier. Wenn Du meine Artikel magst und hilfreich findest, abonniere jetzt den Newsletter für Frauen mit Brustkrebs und Du bekommst jeden neuen Post druckfrisch in Dein Postfach.